Auf den Spuren des Weltmeisters

Foto: © NWZ Giacinto Carlucci / Text: Wolfgang Karczewski


Bereits 2018 hatte Frank Stäbler, schon zu diesem Zeitpunkt Doppel-Weltmeister im Ringen auf dem elterlichen Bauernhof in Musberg eine Scheune als Trainingsraum eingerichtet. Zwischen Traktoren und Heuballen wurde eine Ringermatte ausgelegt, auf der Stäbler und seine Mannschaftskameraden vom KSV Musberg fleißig trainierten.


Foto: © NWZ Giacinto Carlucci
Foto: © NWZ Giacinto Carlucci

Auch in Ebersbach halten sich jetzt zwei Ringer-Talente des SV Ebersbach während der Corona-bedingten Zwangspause in einer Scheune fit: Henrik Roos (Gewichtsklasse bis 65 Kilogramm) und Luca Deininger (Klasse bis 70 Kilogramm / beide griechisch-römisch). Die Idee, dort einen Mattenraum einzurichten hatte Henrik, dessen 88-jähriger Opa Otto früher Landwirtschaft betrieben hat. Während unten im Stall die Schafe untergebracht sind, trainieren die beiden Nachwuchskader-Athleten Henrik Roos (16) und sein Partner Luca Deininger (15) auf dem umgebauten Heuboden. Doch bevor es soweit war, musste fleißig Hand angelegt werden.


„Wir mussten unter anderem die Heubelüftungsanlage abbauen und das Heu runterwerfen“, erzählt Henriks Vater Dieter Roos, selbst ein Ex-Ringer. Eine gute Woche hat Familie Roos gebraucht, um alles ringergerecht herzurichten. Deininger half schließlich beim Feinschliff. „Es ist zwar keine Turnhalle und es riecht nach altem Heu, aber zum Trainieren ist es ein optimaler Platz“, schwärmt Dieter Roos.

Neben der Matte haben die Sportler auch ein Klettertau, verschiedene Expander, einen Boxsack, eine Klimmzugstange, zwei Heimtrainer, Lang- und Kurzhantel sowie Seile zum Seilhüpfen auf dem Heuboden untergebracht. Da Vereinstraining derzeit nicht erlaubt ist, ist das gemeinsame Üben der Nachwuchs-Asse im Privaten eine gute Alternative. „ Es ist wichtig, dass die Jungs Mann gegen Mann kämpfen können“, erklärt Dieter Roos.